Die Öseler Münzen sind weitgehend einheitlich ausgeführt. Dies gilt insbesondere für die Umschriften. Auf der Vorderseite findet man durchweg den Münzherrn in den verschiedensten Abkürzungen als Bischof Magnus von Ösel, Kurland und Reval bezeichnet (eine ausdrückliche Nennung auch der Wiek hat Ausnahmecharakter), wogegen die Beschriftung der Rückseite stets den Prägeort angibt. Im Feld der Vorderseite auf den Ferdingen jeweils ein geharnischtes Brustbild des Bischofs von rechts, auf den Schillingen im allgemeinen das Wappen von Oldenburg, vereinzelt statt dessen die miteinander verbundenen Wappen von Oldenburg und Delmenhorst. Im Rückseitenfeld aller Münzen ist ein Vogel mit gespreizten Flügeln dargestellt. Daß es sich dabei um einen Adler handelt (und nicht um einen Kranich oder Schwan), stellt allein die Tatsache außer Zweifel, daß die gleiche Vogeldarstellung auf dem Stiftswappen Ösel-Wiek erscheint und die Stiftswappen meist einen Bezug auf den Patron der Kathedralkirche des Bistums aufweisen. Eine Abschrift von 1429 aus einem älteren Copialbuch des Bistums Ösel-Wiek (LUB 7,781) ergibt, daß Patron der Kathedialkirche in Hapsal Johannes der Evangelist war. Sein Attribut auf mittelalterlichen Darstellungen ist insbesondere der auffliegende Adler als Sinnbild der Himmelfahrt Christi gewesen. So wird denn auch schon seit jeher die Darstellung auf der Rückseite der Öseler Münzen als das den Adler des Apostels St. Johannes darstellende Stiftswappen von Ösel-Wiek beschrieben bzw. einfach als "Stiftsadler" bezeichnet. Alles andere als einheitlich ist die Datierung der Münzen. Die allgemeine Praxis, auf der Rückseite außer dem Prägeort auch das Prägedatum anzubringen, ist bei den Öseler Münzen häufig außer acht gelassen worden. Die Jahreszahl erscheint verschiedentlich auf der Vorderseite und damit getrennt vom Prägeort. Manche Münzen tragen überhaupt kein Datum, andere sind auf beiden Seiten (zum Teil mit voneinander abweichenden Jahreszahlen) datiert.